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BGH: Höherer Strafrahmen bei Vergewaltigung unter Einsatz von K.O.-Tropfen

Fachbeitrag im Sexualstrafrecht

BGH: Erhöhter Strafrahmen bei Vergewaltigung unter Verwendung von K.O.-Tropfen?

Am 21. Januar 2025 hat der Bundesgerichtshof (Beschluss vom 21.01.2025 – 3 StR 512/24, NStZ-RR 2025, 139) eine bedeutsame Entscheidung zum Strafmaß bei Vergewaltigungen unter Verwendung von K.O.-Tropfen getroffen. Die entscheidende Frage lautet: Erhöht sich der Strafrahmen, wenn dem Opfer vor der Tat betäubende Substanzen wie K.O.-Tropfen verabreicht wurden – ähnlich wie bei einer Tat unter Einsatz einer Waffe?

Im Strafrecht ist allgemein bekannt, dass eine Person, die bei einer Vergewaltigung eine Waffe oder ein gefährliches Werkzeug einsetzt, mit einem erhöhten Strafrahmen rechnen muss. Doch wie sind Fälle zu beurteilen, in denen K.O.-Tropfen verwendet werden, um das Opfer willenlos zu machen? Der BGH hat diesbezüglich nun grundlegende Klarheit geschaffen.

Der zugrunde liegende Fall: Ehepartner, K.O.-Tropfen und fehlende Einwilligung

Im vorliegenden Fall hatte der Angeklagte den Wunsch, wieder „sexuelle Spannung“ in seine Ehe zu bringen – insbesondere wollte er erneut Analverkehr mit seiner Ehefrau praktizieren. Um dieses Ziel zu erreichen, mischte er seiner Frau heimlich K.O.-Tropfen in ihr Getränk, ohne ihr darüber Bescheid zu geben.

Die Frau konsumierte die Substanz ahnungslos und verspürte schon bald eine deutliche Beeinträchtigung ihres Bewusstseins. Als beide schließlich zu Bett gingen, war sie nicht mehr in der Lage, ihren eigenen Willen zu bilden oder auszudrücken – was der Angeklagte nach den Feststellungen des Gerichts erkannte. Dennoch führte er den Analverkehr gegen ihren eindeutig fehlenden Willen durch.

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BGH: K.O.-Tropfen stellen kein gefährliches Werkzeug dar.

Der BGH hat entschieden, dass K.O.-Tropfen kein gefährliches Werkzeug sind.
Deshalb kommt in solchen Fällen nicht der erhöhte Strafrahmen von § 177 Abs. 6 StGB (5–15 Jahre) zur Anwendung, sondern der allgemeine Strafrahmen von drei bis 15 Jahren.

Die Richter hoben die verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Strafbarkeit hervor (Art. 103 Abs. 2 GG, § 1 StGB): Eine Strafnorm muss eindeutig und vorhersehbar sein. Der Begriff „Werkzeug“ in § 177 StGB ist eng definiert und bezieht sich laut gängiger Auslegung ausschließlich auf feste Gegenstände, nicht auf Flüssigkeiten wie K.O.-Tropfen.

Dies wird auch durch einen früheren Beschluss des BGH vom 08.10.2024 (Az. 5 StR 382/24, NJW 2024, 3735) bestätigt: Flüssigkeiten zählen im strafrechtlichen Sinne nicht als Werkzeuge.

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Welche Auswirkungen hat die Entscheidung des BGH auf Beschuldigte, die wegen Vergewaltigung mit K.O.-Tropfen angeklagt sind?

Die positive Nachricht für Beschuldigte: Selbst wenn ein Gericht zu dem Schluss kommt, dass eine Vergewaltigung unter Einsatz von K.O.-Tropfen erfolgt ist, gilt nicht der erhöhte Mindeststrafrahmen von fünf Jahren, wie es bei der Verwendung eines „gefährlichen Werkzeugs“ der Fall wäre.
Stattdessen beginnt der Strafrahmen bei drei Jahren Freiheitsstrafe – nicht bei fünf.

Dennoch bleibt die Höchststrafe von 15 Jahren Freiheitsentzug auch bei Vergewaltigungen mit K.O.-Tropfen bestehen. Das bedeutet, dass der Ausgang des Verfahrens entscheidend von einer erfahrenen Strafverteidigung im Sexualstrafrecht abhängt.

Als spezialisierter Rechtsanwalt werde ich die Ermittlungsakte sorgfältig prüfen, mögliche Widersprüche oder Lücken identifizieren und auf dieser Grundlage eine individuelle Verteidigungsstrategie entwickeln. In einigen Fällen kann es mir gelingen, das Gericht von einem „minder schweren Fall“ zu überzeugen – was erhebliche Auswirkungen auf das Strafmaß haben kann.

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Rechtsanwalt erläutert: Welche Strafe wird bei Vergewaltigung verhängt?

Wer mit dem Vorwurf der Vergewaltigung konfrontiert wird, muss mit erheblichen strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Nach § 177 Abs. 6 Nr. 1 StGB wird eine Vergewaltigung in der Regel mit einer Freiheitsstrafe von zwei bis zu 15 Jahren bestraft.

Ein erhöhter Strafrahmen greift insbesondere dann, wenn bestimmte erschwerende Umstände vorliegen. Diese Fälle werden im Gesetz ausdrücklich genannt:

Eine Freiheitsstrafe von 3 bis 15 Jahren droht bei:

  • Beisichführen eines gefährlichen Werkzeugs,
  • Beisichführen eines Werkzeugs oder Mittels, um den Widerstand des Opfers durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu brechen,
  • Versetzen des Opfers in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung.

Eine Freiheitsstrafe von 5 bis 15 Jahren droht bei:

  • Verwendung einer Waffe oder eines gefährlichen Werkzeugs während der Tat,
  • Schwere körperliche Misshandlung des Opfers,
  • Bringen des Opfers in Lebensgefahr.

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Jetzt konsequent handeln – Rechtsanwalt für Vergewaltigung mit K.O.-Tropfen

Wenn Sie mit dem Vorwurf konfrontiert sind, sollten Sie unbedingt von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen und keine Aussagen zur Sache machen – weder bei der Polizei noch bei der Staatsanwaltschaft.

Beauftragen Sie umgehend einen erfahrenen Rechtsanwalt im Sexualstrafrecht, der Ihre persönliche Situation rechtlich bewertet, die Ermittlungsakten prüft und mit Ihnen gemeinsam eine zielgerichtete Verteidigungsstrategie entwickelt.

Ich stehe Ihnen mit Kompetenz, Diskretion und einem klaren juristischen Blick zur Seite. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin – ich verteidige Ihre Rechte.

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Rechtsgebiet

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